Zur Geschichte der Trommel

Vorweg sei gesagt, die Trommel ist eines der der ältesten Musikinstrumente der Welt - wenn nicht überhaupt das Älteste. Sie ist in jedem Erdteil, jeder Kultur in einer der unzähligen Bauformen und unterschiedlichen Spielweisen zu finden.

Bedeutung

Die Trommel hatte folge dessen immer eine große Bedeutung für die Menschen. Im besonderen weil ihr Klang dem Herzschlag der Mutter gleicht - das ist das Erste was wir hören.

So ist es verständlich warum die Trommel uns tief im Innersten berührt und ihr Stellenwert in so vielen Kulturen ein hoher ist. Aber auch warum sie für Rituale benutzt wird, zum Feiern und Tanzen, zur Trauer, Heilung und um Kontakt zum göttlichen Selbst in uns zu finden.

Kulturgut

Alles das was hier nur kurz angesprochen wurde ist zwar bekannt, wenngleich es vielen Menschen fremd erscheint, irgendwie sonderbar anmutet, oder manchmal schlichtweg als Esoterik abgetan wird.

Fremd erscheint es auch deshalb weil die Trommel in unserem Kulturkreis seit sehr langer Zeit keinen festen Platz mehr hat - mit Ausnahme in der Militär- bzw. Marschmusik und mit geringem Stellenwert in der klassischen Musik (Pauke).

Afrika

Hierzulande gilt die Trommel als etwas exotisches und wird zumeist mit Afrika in Verbindung gebracht. Mitunter auch deshalb, weil dieser Kontinent Traditionen beheimatet, in welcher die Trommel (noch) ein wesentlicher Teil davon ist. Durch die Kolonialisierung und seine Folgen gelangte die Trommel wieder zurück nach Europa.

Unser Erbe

Wenige Menschen hierzulande haben jedoch eine Ahnung, daß in ferner Vergangenheit auch in unseren Breiten getrommelt wurde und die Trommel einmal ein wichtiger und beständiger Teil im Leben unserer Vorfahren war. Um darüber etwas zu erfahren müssen wir zunächst die Archäologie befragen:

Trommel von Zorbau (3400-3000 v. Chr.)
Tontrommel aus Erfurt (3. Jahrtausend v.Chr.)

Was daraus folgt

Die Frage die sich dann unweigerlich stellt: Warum ist die Trommel in unserem Kulturkreis so ins Abseits geraten - mit Ausnahme der Kriegstrommel - um schließlich mit ihren Rhythmen fast vollends zu verschwinden?

Um Licht in diesen Sachverhalt zu bringen ist es wichtig zu wissen: Es waren (vorwiegend) Frauen, die bei uns getrommelt haben! Siehe: Frauentrommeln von Layne Redmond; Verlag Hugendubel.

Mit dem Auftreten patriachaler Gesellschaften und zunehmend während der Verbreitung des Christentums hier in Europa hat sich das drastisch geändert. Denn bekannter Maßen wurde dabei der Stellenwert der Frau ein völlig anderer. Dies und der Umstand, daß die Trommel ein sehr machtvolles Instrument ist, haben zu dieser Entwicklung mit beigetragen ...

Gegenwart

Was immer da geschehen ist, wir können das heute nicht mehr ändern. Wir können jedoch daraus lernen, und dazu beitragen, daß die Trommel wieder zu einem heimischen Kulturgut wird. Mehr dazu in: unsere Trommelvision